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Magistrix Interview mit Materia
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MARTERIA:"Es ist wichtig, dass man eine Meinung hat"


Vor gut zehn Jahren tauchte Marten Laciny als maskiertes Kiffer-Fabelwesen Marsimoto erstmals auf der Bildfläche auf, doch seine größten Erfolge feierte der Rostocker Rapper unter dem Namen Marteria.

Er kann sich nicht nur mehrfach Platin, Radiohits wie "Lila Wolken" und "Kids", Kollaborationen mit Künstlern von Campino bis Haftbefehl und eine ausverkaufte Berliner Wuhlheide auf die Fahne schreiben, sondern gilt als der Mann, der deutschem HipHop auch im Mainstream ein gern gesehenes und respektiertes Gesicht gibt. Als er vor zwei Jahren dann plötzlich mit Nierenversagen im Krankenhaus landete, beschloss der ehemalige Junioren-Nationalspieler und ausgebildete Schauspieler sein Leben umzukrempeln. Mit "Roswell" erscheint nun das vierte Marteria-Album. Im Interview spricht der 34-Jährige über UFOs, Politik und das Angeln.

magistrix: Marteria, glauben Sie an UFOs?

Marteria: Nicht an außerirdische Dinge zu glauben, wäre ganz schön arrogant. Gerade wenn man bedenkt, dass da sehr viele Planeten um uns herum sind und das All unendlich groß ist. Ob die alle UFOs haben, weiß ich nicht. Als Kind habe ich mir mal eingebildet, eins gesehen zu haben - aber das war bestimmt nur ein Wetterballon.

magistrix: Ihr neues Album ist immerhin nach dem Ort benannt, an dem 1947 angeblich ein UFO abgestürzt sein soll: Roswell.

Marteria: Ein gutes Album hat immer einen Aufhänger, ein Bild. Und das erste Bild, das ich bei dieser Platte im Kopf hatte, war das Ortseingangsschild von Rostock: Es ist Nacht, regnet ganz doll, so langsam blättert das Schild ab und aus Rostock wird Roswell. Die erste Zeile des Albums lautet "Aus Area 51 wird Marteria 51, aus Roswell wird Rostock". Das bedeutet im Grunde, dass das UFO hier abgestürzt ist und ich ein Alien bin. Und das Alien ist ein Bild für einen Außenseiter.

magistrix: Fühlen Sie sich als Außenseiter?

Marteria: Als Mensch bin ich zwar überhaupt kein Außenseitertyp, aber in meinem Leben hatte ich schon immer eine Außenseiterrolle. Das ging los mit HipHop in Rostock: 200 Leute, die totale Außenseiterszene. Wir waren die komischen Typen mit den weiten Hosen, von allen belächelt. Man musste kämpfen und sich selber organisieren. Mit 17 Jahren ging ich dann alleine nach New York, wo ich natürlich auch der totale Außenseiter war. Und selbst heute bin ich noch Außenseiter. Ich reise sehr viel und bin eigentlich das halbe Jahr unterwegs. Da bin ich immer der Ausländer, der die Sprache lernen, sich integrieren und Leute kennenlernen muss. Ich glaube, das Gefühl, Außenseiter zu sein, kennt jeder Mensch.

magistrix: Macht es einen unsicher und angreifbar, Außenseiter zu sein? Oder vielleicht sogar mutiger, neugieriger und offener?

Marteria: Ich glaube, es macht einen mutiger und stärker. So, dass man auch mal politische Aussagen macht und für etwas steht. Wenn jemand aus Aserbaidschan früher zu uns in die Schulklasse kam, dann waren ich und meine Freunde die, die ihn aufnahmen und sagten: "Du bleibst jetzt bei uns." Rostock hat ja diesen Nazi-Ruf, viele verließen die Stadt deshalb. Aber ich sagte immer, ich liebe Rostock, und es gibt auch uns, die dagegen angingen und auf der anderen Seite standen - für eine weltoffene, kulturelle Vereinigung.

magistrix: Für etwas stehen ist Ihnen also wichtig?

Marteria: Absolut. Ich habe immer das Gefühl, dass ganz viele von diesen Deutsch-Pop-Leuten keine Meinung transportieren. Aber die haben doch sicher eine Meinung. Jeder Mensch hat eine Meinung. Sie wollen bloß keine Fans verprellen. Das ist fürchterlich, denn davon lebt Musik. Und Musik kann total viel bewegen in Menschen. Wenn ich eine Botschaft habe, wenn ich was Politisches oder meine Meinung sage, kommt das bei den Kids viel mehr an, als wenn irgendein Politiker etwas sagt.

magistrix: Sie positionieren sich auf Ihrem Album sehr klar, und zwar mit dem Song "Links": "Wenn du nicht mehr weißt wohin, dann geh links", heißt es darin.

Marteria: Der Song ist gar nicht so krass politisch. Es ist kein Parteisong für die Linke, sondern es geht um eine Einstellung. Links, das bedeutet für mich Neugierde über Angst zu stellen. Das ist das wichtigste Gut: dass man auf Menschen zugeht und die Angst nicht gewinnen lässt. Dass ich Leute, die anders denken und die eine andere Meinung haben, akzeptieren kann. Rechts dagegen steht für mich für Angst. Es wird uns nicht mehr lange geben, wenn wir nicht verstehen, dass wir zusammen arbeiten müssen und dass eine Menge Magie darinsteckt, das zu schaffen.

magistrix: Den Song "Elfenbein" schrieben Sie aus der Sicht eines Geflüchteten. Woher nehmen Sie diese Einblicke?

Marteria: Ich traf viele Leute, mit denen ich mich darüber unterhielt. Ich war viel in Flüchtlingscamps, in Palästina, Kenia und Uganda. Nach Uganda kommen viele Flüchtlinge aus dem Südsudan. Dort sprach ich mit den Leuten über Meinungen, Ängste und ihren Weg der Flucht. In Deutschland natürlich genauso, zum Beispiel, als ich letztes Jahr zusammen mit der Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet bei einem Anti-Nazi-Konzert in Anklam spielte. Mit dem Song wollte ich aufzeigen, welche Ängste ein Mensch in so einer Situation hat.

magistrix: Die Lieder für dieses Album entstanden auf den Seychellen, Jamaika, Curaçao und in Uganda. Das klingt fast mehr nach Urlaub als nach Arbeit.

Marteria: Urlaub ist ein Wort, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Ich bin kein Typ, der tagelang am Strand herumliegt. Das macht mir keinen Spaß. Zum einen liegt das sicherlich an meinem Hobby, dem Angeln. Zum anderen bedeutet Entspannung für mich auch, Leute kennenzulernen. Ich bin schon immer gerne gereist. Ich glaube, das liegt in meinen Genen.

magistrix: Ihr Vater war Seefahrer.

Marteria: Genau. Das war mehr oder weniger der einzige Job im Osten, bei dem die Leute rauskamen und die Welt sehen konnten. Wenn ich eine Postkarte aus Chicago oder Mosambik bekam, war das schon cool. Ich komme halt vom Meer. Ich weiß nicht, wie das bei Leuten ist, die von Bergen umgeben sind, aber wenn man am Wasser lebt, hat man immer so einen Blick in die Ferne. Da kriegt man automatisch Fernweh.

magistrix: "Tauchstation" handelt davon, dass Sie Alkohol, Drogen und dem Nachtleben abgeschworen haben - und zwar, weil Sie vor zwei Jahren beinahe an einem Nierenversagen starben. Was hat diese Nahtoderfahrung mit Ihnen gemacht?

Marteria: Das ist schon ein bisschen wie ein neues Leben gerade. Mein altes Leben war auch toll, keine Frage. Mit 20 in Berlin abzufeiern, da eine geile Welt zu entdecken und auch mal abzustürzen, war super. Aber irgendwann muss man auf die Zeichen seines Körpers hören. Bei mir passierte das mit diesem Nierenversagen eben in extremer Form. Ich will das einfach nicht mehr, und ich habe mittlerweile auch eine große Verantwortung: Auf Tour sind wir mit 30 oder 40 Leuten unterwegs. Da kann ich nicht irgendwo besoffen herumliegen und alles verkacken, sondern muss am Start sein.

magistrix: Sie haben auch einen kleinen Sohn. Da will man ja auch nicht mit 32 Jahren an Nierenversagen sterben ...

Marteria: Das kommt noch dazu!

magistrix: Wie lebt es sich ohne Alkohol?

Marteria: Ich feiere das gerade total ab. Ganz wichtig ist, dass es so etwas wie alkoholfreies Bier gibt, damit man so pseudo-mäßig mit anstoßen kann (lacht). Aber ich merke auf jeden Fall, dass mein Leben so geil ist wie nie. Die Tage gehen länger, ich bin viel mehr bei der Sache und habe einen viel größeren Fokus. Das macht schon Bock.

magistrix: Wenn Sie nicht auf der Bühne stehen, gehen Sie bekanntlich gerne angeln. Auch zu hören im Song "Blue Marlin". Wo haben Sie ihn gefangen, Ihren ersten Blauen Marlin?

Marteria: Auf Jamaika. Für Angler ist das ja der berühmteste Fisch, den man fangen kann. Allein schon durch "Der alte Mann und das Meer" hat er eine ganz besondere Symbolik. Tja, und dann hast du ihn an der Angel, und auf einmal ist das nicht mehr so geil, weil das so ein wunderschönes, mächtiges Tier ist.

magistrix: Der Fisch tat Ihnen leid?

Marteria: Wenn man Fische liebt und naturverbunden ist, wäre es schlimm, wenn es einem nicht Leid täte. Aber es gibt ja auch Catch & Release. Wenn ich sechs Fische fange, lasse ich fünf wieder frei und einen esse ich mit meiner Frau. Ich ernähre mich halt von Fisch, den ich fange, und mache dafür diesen Industriewahnsinn nicht mit. Das ist doch das Beste, was man machen kann. Was die Fisch-Lobby macht, mit den Zuchtstationen für Lachse und Thunfisch, ist hundertmal schlimmer als jemand, der sich selber seinen Fisch fängt.

magistrix: Ist der Marlin in der Pfanne gelandet?

Marteria: Wir waren 15 Leute, haben davon drei Tage lang fette Barbecues gemacht und den Fisch auch echt geehrt. Klar, wenn er anbeißt, ist das ein Kampf und dass das nicht jeder gut findet, ist mir klar. Aber ich mache das lieber, als mir Fischstäbchen zu kaufen.

magistrix: Was ist das Erfüllende am Angeln?

Marteria: Eine Mischung aus vielen Sachen. Die Natur, die Ruhe, die Action, die man hat. Das Reisen, das man damit verbinden kann. In Deutschland hat der Angelsport einen komischen Ruf, da denkt jeder an einen AFD-Opi, der mit einer Dose Bier am See sitzt. In Amerika oder Skandinavien ist das ganz anders, da ist das Lifestyle. Du hast immer eine geile Perspektive. Zum Beispiel am Lake Mead bei Las Vegas. Oben auf der Plattform stehen 1.000 Touristen und machen Fotos vom See, und du bist mitten drauf und angelst. Oder in der Bucht von San Francisco: 30 Meter von Alcatraz entfernt hatte ich einen Heilbutt an der Angel.

Quelle: www.magistrix.de

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Kommentare für Magistrix Interview mit Materia
# 1 von hoowei
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